Christoph Schnauß: "Dein Name oder Nickname" auch im Antwortformular

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hallo Große,

du hast eine wohltuende Art, meine gelegentlichen Ausfälle ganz einfach zu "überschweigen" - weil du vermutlich genau weißt, wie sie zustandekommen.

Ich selbst poste seit ich ich an Forumsdiskussionen teilnehme unter dem Spitznamen "Stonie"

Und Cheatah ist Cheatah und Roland ist Orlando und Mathias ist molily und Chräcker läßt sich bedauerlicherweise hier im "großen" Forum kaum noch blicken und wer war noch gleich CK? usw.
Mir gings eher um die "Sinnhaftigkeit" von Nicks (wie in dem alten Archivthread, den ich immer noch nicht verlinke). Um beim Beispiel zu bleiben: "DIVHasser" finde ich halt extrem unpassend und einige andere auch - weil sie eben überhaupt keinen "Wiedererkennungswert" haben.
Ich glaube, ich weiß ungefähr, woher sich dieser "Zwang", Nicknamen zu verwenden, herleitet. Das ist eine sehr, sehr alte "Fehlkonstruktion" aus der Zeit, als das "Netz" anfing, "interaktiv" zu werden. Daß es die Möglichkeit gibt (und an vielen Stellen auch den Zwang), sich hinter einem "Nicknamen" zu verbergen, ist nicht mehr korrigierbar. Was mich gelegentlich heftig ärgert, ist die Interpretation des Umgangs mit diesen "Nicks" sowie die teils wirklich dämliche Wahl von "Namen".

ich meine, dass du, wenn du darüber gründlich nachdenkst, vielleicht einsehen wirst, dass du Talynn da ein bißchen sehr hart angegangen bist. Vor allen Dingen der Spruch vom verlogenen Typ ist vielleicht doch ein Stück weit zu persönlich, findest du nicht?

Meine "Attacke" hat überhaupt nichts mit ihm persönlich zu tun - sondern mit der Aussage, daß er sich hinter irgendeinem ominösen "Datenschutz" verstecken zu können glaubt. Und das ist ganz einfach Unsinn. Schau dir bitte auch an, an welcher Stelle ich in den Thread "eingestiegen" bin, und an welcher Stelle im Thread meine "Attacke" steht (es war _nicht_ meine erste Reaktion). Im übrigen ist "Talynn" ein Nickname, der durchaus "Wiedererkennungswert" besitzen könnte. Ich habe also nicht seinen Nicknamen bzw. ihn selber attackiert, sondern auf allerdings sehr drastische Weise die Aussage, daß ein Nick irgendwas mit "Datenschutz" zu tun haben könnte. Das hätte übrigens auch Orlando so "lesen" können.

Was verstehst du unter "Delisting"?
Darunter versteht man, dass man dafür sorgt, dass keine Suchergebnisse mehr kommen, wenn man den eigenen Namen in die Suchmaschine eingibt

Danke, das war mir bisher nicht so wirklich geläufig. Es hat mich einfach bisher nicht gekümmert.

Wir bekommen jede Woche mehrere Mails mit der Bitte um Löschung oder Anonymisierung von Postings aus eben jenem Grunde. Und inzwischen kann ich die Leute, die sich in Foren wie dem unseren herumtreiben und Fragen, die sie gestellt haben, als sie gelernt haben, was sie heute können, gern im Web unsichtbar machen möchten, sehr gut verstehen, denn es gehen tatsächlich kompetenten Webworkern Aufträge verloren und es passiert in der Tat, dass durchaus kompetente Leute eine Anstellung nicht bekommen, weil sie vor Jahren mal nicht so kompetent waren wie das heute der Fall ist.

Ja, weiß ich inzwischen und staune gelegentlich darüber. Ich habe mich vor Jahren auch mit mindestens einer falschen Anmerkung zum IE 5.5 geäußert.

Aber das ist ein eher "gelesellschaftliches" Problem. Es gibt von Leuten, deren "Kompetenz" ich auf gar keinen Fall in Frage stellen würde, in viele Jahre alten postings auch Aussagen, die heute ziemlich "falsch" wären. Man muß dann fragen, was das für Personalabteilungen sind, die nicht einsehen, daß ein Bewerber auch etwas gelernt haben könnte - vor allem, wenn seine "falsche" Aussage schon Jahre zurückliegt. Wozu sind denn Foren da? Doch irgendwie dazu, daß man aus den Antworten, die man bekommt, vielleicht etwas lernen kann, mag die Frage oder die Behauptung auch noch so "falsch" sein ...

Das "Armutszeugnis" geht hier nicht an diejenigen, die sich vor Jahren mal bemüht haben, irgendwas zu formulieren (auch wenn es heute noch so unbrauchbar sein sollte), sondern an die Personalabteilungen, die solche Äußerungen für in alle Ewigkeit gültig halten. Ganz im Gegenteil: ich finde es eher lustig, wenn ich von irgendjemandem eine "alte" Aussage finde, die unsinnig war - ich setze nämlich ganz einfach voraus, daß er inzwischen was gelernt hat. Aus meiner Sicht ist es sogar ehrenhaft und hebt den Rang eines "Bewerbers", wenn er nachweisen kann, daß er sich mit dem Thema "Web" eben schon vor Jahren auseinandergesetzt hat, so vermurkst seine alten Aussagen heute auch wirken mögen. Selbst Stefan Münz hat uns in den ersten Versionen von SELFHTML ein paar Sachen verklickert, die heute absolut nicht mehr haltbar wären - und wer will Stefan denn deswegen auch heute noch für inkompetent halten?

Dem armen "Bewerber", der vielleicht vor zehn Jahren mal geäußert hat, daß er CSS nicht versteht, sich aber heute auf eine Ausschreibung als CSS-Spezialist bewirbt, hilft das freilich wenig, daß _ich_ ihm ja gerne zugestehen würde, daß er in diesen zehn Jahren vermutlich einiges gelernt hat.

Was ich allerdings nicht verstehen kann, ist es, dass jemand reflexartig in ein Forumspostingformular Angaben eintippt, die er nicht im Internet verbreitet sehen möchte.

Da treffen wir uns. Allerdings hat sich ja in diesem Thread auch herausgestellt, daß Christian sehr wohl verstanden hat, worum es ging, und das inzwischen abgestellt hat.

Grüße aus Berlin

Christoph S.

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